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Explorative Studie zur curricularen Einbindung photochemischer Inhalte in den Chemieunterricht

Durch die vorliegende Dissertation soll der reale Bedarf von photochemischen Inhalten seitens der Schule und ihre Relevanz im schulischen Kontext aufgezeigt werden. Hierfür wurde eine umfangreiche explorative Untersuchung durchgeführt, welche in der Praxis in Anlehnung an die nutzenorientierte Grundlagenforschung nach Stokes mit Charakterzügen der Designed Based Research und partizipativen Aktionsforschung umgesetzt wurde.

Zunächst wurden Voruntersuchungen durchgeführt, welche Lehrplan-, Schulbuchanalysen, Unterrichtshospitationen, Interviews mit Lehrpersonen und eine deutschlandweite Befragung von Lehramtsstudierenden umfassen.

Im Anschluss darauf wurden für die Hauptuntersuchung im Chemieunterricht Arbeitsmaterialien zu den Lerninhalten Licht und Farbe und Energiekonversion und -speicherung erstellt. Zur Orientierung dienten die Voruntersuchungsergebnisse, die experimentellen Vorarbeiten der Wuppertaler curricularen Innovationsforschung und didaktisch-methodische Erkenntnisse aus der Chemiedidaktik sowie den Bildungswissenschaften. So entstand das Materialienpaket Photo-LIKE (Photoprozesse – lehrplankonform, interdisziplinär, kohärent, experimentbasiert).

Im Rahmen der NRW-weiten Hauptuntersuchungen wurden insgesamt 36 Einzelstudien mit Lerngruppen unterschiedlicher Jahrgänge durchgeführt. Bei 19 der Einzelstudien wurden die Schüler*innen vom Forscher selbst betreut und unterrichtet. Dabei wurde die in Anlehnung an C.E. Coburns vier Erfolgsindikatoren formulierten Forschungsfragen mithilfe von Feedbackbögen und Lernstandserhebungen beantwortet.

Insgesamt nahmen an der explorativen Untersuchung knapp über 1000 Probanden teil. Neben der eindeutigen Relevanz und der Bedeutung photochemischer Inhalte für den Chemieunterricht konnte zudem ihre Integrierbarkeit in den Chemieunterricht auch mit Blick auf die Kernlehrpläne des Faches Chemie aufgezeigt werden. Außerdem konnte den Lehrpersonen konkrete Umsetzungsmöglichkeiten des Einsatzes dieser Inhalte im Unterricht gezeigt und dadurch auch Fehlvorstellungen oder Vorurteile über photochemische Inhalte und Experimente beseitigt werden. Letztendlich sind 86% der Probanden der Meinung, dass die mit Lichtenergie durchgeführten Experimente in Zukunft genauso, wenn nicht relevanter sein sollten, als Experimente, die Wärme oder Elektrizität benötigen. Allein die Tatsache, dass mehr als die Hälfte sowohl der Schüler*innen als auch der Lehramtsstudierenden und Lehrpersonen davon überzeugt ist, dass Experimente mit Lichtenergie in Zukunft gleichwertig sein werden, ist ein Zeichen für die Wahrnehmung der zunehmenden Bedeutung photochemischer Prozesse für den Menschen.

Zur Dissertationsschrift: urn:nbn:de:hbz:468-20200528-104054-9
DOI: 10.25926/j4a4-b813